AStA

Stellungnahmen

Durch Stellungnahmen positionieren wir uns klar zu wichtigen Themen der Hochschule und Politik. Unsere Stellungnahmen zu den Themen Beten am Campus und zur Zukunft des DoLL findet ihr hier.  

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Der AStA spricht sich stark gegen das Verhalten der FH Aachen, des Dekanat 5, Dezernat II und der Pro
Rektorin IV gegenüber den Studierenden am Campus Eupener Straße bezüglich des Themas „Beten am
Campus" aus.

Vermehrt erreichen uns die Stimmen der Studierenden am Campus Eupener Straße, dass sie sich hilflos und
von der FH unterdrückt fühlen. Seit langer Zeit mussten diese Studierenden sich damit zufriedengeben, unter
einer Treppe ihre Gebete durchzuführen. Dieser Ort bat den Studierenden ein Mindestlevel an Ungestörtheit,
auch wenn das Treppenhaus sporadisch benutzt wird. Die Studierenden haben den Ort genutzt und auf
ihre Umgebung geachtet. Mehrere Jahre haben die Studierenden keinen Schaden oder Störungen für die
Hochschulangehörigen verursacht.

Trotz dieser langen Zeit, in denen die Studierenden gezeigt haben, dass das Beten mit dem normalen Verlauf
der Lehre am Campus vereint werden kann, wurden von heute auf morgen aggressiv Plakate am Campus
verteilt, ohne jeglichen Kommentar an die Studierendenschaft. Ein großer roter Schriftzug, ein Auszug der
Hausordnung und die Aufforderung, diese umgehend zu beachten. Eins dieser Plakate hangt nun direkt vor
dem Treppenhaus, in dem die Studierenden ihre Gebete durchführten.

„ .. religiöse Veranstaltungen oder religiös-kulturell motivierte Veranstaltungen, innerhalb der Gebäude und
auf dem Hochschulgelände grundsätzlich nicht gestattet."

Dieses Plakat und seine Aussage sind furchtbar unklar. Was ist eine Veranstaltung? Laut Definition ein
geplantes Event mit Veranstalter, Teilnehmern, Rahmenplan etc .. Beten, jedoch, ist ein persönlicher Akt. Es
gibt keinen Veranstalter, keine Teilnehmer. Der zeitliche Rahmenplan allerdings wird vorgegeben, und zwar
von der FH, durch die Pausen zwischen den Veranstaltungen. Sollten nun mehrere Studierende gleichzeitig
zu dem am besten geeigneten Ort gehen, so ist dies weiterhin keine Veranstaltung. Gruppen werden nicht
absichtlich gebildet.

Zu diesem Schluss sind auch die Studierenden vor Ort gekommen. Umso schockierter waren sie, als
einer der Hausmeister sie während des Gebets aufforderte, dies zu unterlassen und das Treppenhaus zu
verlassen. „Beten wurde hier nur geduldet, jetzt nicht mehr“. Dies waren die Worte, welche das Personal den
Studierenden gegenüber äußerte, so berichteten die Betroffenen. Jahrelang haben die Studierenden diesen
Ort benutzt, nur um augenscheinlich grundlos von einem auf den anderen Tag dieses Recht zu verlieren.

„...Dies bedeutet allerdings nicht, dass es untersagt ist, zu beten.“ 

Dieser Auszug stammt aus einer E-Mail des Dezernat II, welche im Auftrag des Prorektorat IV verfasst wurde,
an die Studierenden. Und doch haben die Studierenden nun ihren letzten Ort, an dem sie ihre Gebete mit
einer kleinen Menge Würde durchführen konnten, verloren. Es wurde keine Veranstaltung verboten, es wurde
die Religionsausübung verboten. Dies stellt einen Einschnitt in das Grundrecht eines Menschen dar. All dies
wurde durchgeführt ohne Erklärung, von heute auf morgen, nur mit einem Auszug einer Ordnung.

„Eine Gruppe Studierender habe vor dem Gebet die Toiletten unter Wasser gesetzt.“ 

Dies soll den Auslöser für den Vorfall darstellen. Das Waschen des Körpers vor dem Gebet, und somit auch
der Füße, wird "Oduk" genannt. Dieses Oduk muss allerdings nicht unbedingt direkt vor dem Beten
stattfinden. Der Großteil der Studierenden führt dies bereits vor dem Verlassen des Hauses durch und muss
somit nicht die Toiletten hierfür verwenden. Es bestand die Möglichkeit, den Studierenden spezifisch das
Waschen der Füße oder das Nassmachen des Bodens zu verbieten. Stattdessen wurde pauschalisiert und alle
muslimischen betende Studierende für das Verhalten Einzelner bestraft. Ein solches Verhalten ist
erschreckend und die weiterführende Kommunikation zeigt, dass dies in keiner Weise kritisch hinterfragt
wurde. Immer noch werden mehr dieser Plakate auf dem Campus verteilt. Besonders von der Stelle
für „Diversity und Chancengerechtigkeit“ hätten wir solch ein überstürztes Handeln nicht erwartet.

Auch die E-Mail des Dezernat II, welche eine Klarstellung zu dieser Situation bringen sollte, ist nicht
akzeptabel. Diese Mail sagt aus, dass das Beten an der FH Aachen nicht verboten sei, jedoch wird im nachsten
Absatz direkt mit einer Auslegung der Hausordnung gedroht, welche das Beten in "Gruppen" verbieten würde.
Auch wird der "Raum der Stille" angesprochen, eine der angestrebten Losungen aus Sicht der
Studierendenschaft. Dies ist ein neutraler Raum, welcher als Rückzugsort für alle Studierenden dienen soll.
Doch wird indirekt die Behauptung aufgestellt, dass muslimische Studierende die Räumlichkeiten eines
Raumes der Stille ausschließlich für sich selbst beanspruchen würden. Dies kam nie in der vorherigen
Diskussion auf und zeigt weiterhin, dass den muslimischen Studierenden pauschal negatives Verhalten
zugeschrieben wird.

Es werden unklare, inkonsistente Aussagen den Studierenden von oben herab verkündet.

Es soll kein Gespräch mit den betroffenen Studierenden gesucht worden sein.

Es wurde vermehrt gezeigt, dass das Thema nicht mit dem notwendigen Respekt behandelt wurde.

Der AStA fordert somit die FH Aachen auf:

  • Eine klare Aussage zu treffen, ob das Beten unter den Treppen des Treppenhauses am Campus
    Eupener Straße (E-Gebäude) gestattet ist.
  • Wenn ein Verbot entsteht, klar zu kommunizieren, welche Aktivitäten erlaubt und verboten sind.
  • Sich für die Art der Kommunikation gegenüber den Studierenden zu entschuldigen.
  • Mit den betroffenen Studierenden und dem AStA an einem Konzept zu erarbeiten, um eine
    Möglichkeit der Symbiose zwischen Leben und Lernen am Campus zu gestalten im Rahmen des
    Themas „Raum der Stille“.

Das Thema Digitalisierung ist spätestens seit der Pandemie eines der Kernthemen in der Hochschullehre
geworden. Dies hat auch die FH Aachen erkannt und initialisierte durch das Rektorat Anfang 2020
das Projekt,Digitalisierungsoffensive Lehren und Lernen' (kurz DoLL), um dahingehend große Fortschritte in
Studium und Lehre zu erlangen.

Seit Beginn von DoLL, ist der Allgemeine Studierendenausschuss (kurz AStA) im ständigen Austausch mit
den zuständigen Stellen am Zentrum für Hochschuldidaktik und Qualitätsentwicklung (kurz ZHQ).
Dazu zählen monatliche direkte Gespräche und die Beteiligung an Veranstaltung wie der Workshopwoche.
Für die Studierendenschaft ist diese Zusammenarbeit besonders wertvoll, da ihr somit ein direkter
Draht zur Hochschule in Sachen Digitalisierung gegeben ist. Außerhalb des Austauschs profitiert die
Studierendenschaft von der Verbesserung der digitalen Lehre durch das DoLL-Team. Sowohl die
Standortberater, als auch die Fachbereichsübergreifenden Angebote für Lehrende ermöglichen diese
Entwicklung. Über die letzten Jahre hinweg hat die Hochschule den Mehrwert des Projekts anerkannt
und bislang jährlich die Verlängerung beschlossen.

Umso bedauerlicher ist es, dass bis jetzt keine erneute Verlängerung des Projekts beschlossen wurde und
nach aktuellen Informationen des AStA auch kein Entwurf vorliegt, wie die Fortführung bzw. Zukunft
der in den letzten Jahren aufgabauten Angebote und Ressourcen gestaltet werden soll. Trotz mehrfacher
Nachfrage an verschiedenen Stellen der Hochschule und Thematisierung auf vergangenen
Lenkungskreistreffen, liegen keine verbindlichen Informationen und Entscheidungen vor. Zurzeit muss
der AStA daher davon ausgehen, dass das Projekt noch in diesem Jahr ausauft und sowohl Angebote
als auch Ressourcen vorerst nicht mehr in diesem Umfang zur Verfügung stehen und ersatzlos gestrichen
werden. Diese Tatsache schafft große Unsicherheit.

Eine moderne, inklusive und studierendenfreundliche Hochschule muss sich notwendigerweise mit der
Digitalisierung in Studium und Lehre auseinandersetzen, ungeachtet ihrer Ausrichtung und der Größe
ihrer Einrichtungen. Sie kann es sich nicht leisten diese Themen zu vernachlässigen, ohne in absehbarer Zeit
in diesen zurückzuliegen. Das ursprüngliche Ziel der Hochschule, Lehrende auf ein hohes Kompetenz-
niveau bzgl. Digitalisierung in der eigenen Lehre zu bringen, welches mit der Gründung von DoLL einherging,
ist aus Sicht des AStA noch nicht vollumfänglich erreicht. Den aktuellen Umgang der Hochschule mit der
Zukunft des DoLL-Projekts und der Digitalisierung an der FH hält er daher nicht für tragbar.

Daher stellt er folgende Forderungen: Das DoLL-Projekt soll auf Basis der genannten Gründe weitergeführt
werden. Es sind verbindliche Schritte und klare Entscheidungen notwendig, die die Zukunft der
Digitalisierung in Studium und Lehre an unserer FH angemessen adressieren. Weiterhin muss eine offene und
transparente Kommunikation mit allen Beteiligten etabliert werden, um Planbarkeit und Sicherheit
zu gewährleisten.