Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zieht eine kritische Bilanz unter die „10 Jahre Bologna“-Reform in der Gesetzgebung. Die AbsolventInnen wären zu jung und die Persönlichkeitsbildung käme zu kurz. Außerdem wäre das Ziel, mehr Studierenden ein Auslandssemester zu ermöglichen, verfehlt. Bundesbildungsministerin Schavan sieht Bologna jedoch als „europäische Erfolgsgeschichte“. Wie kommt es zu so unterschiedlichen Ansichten? Die in Bologna angestoßene Hochschulreform ist nach Humboldt und den Fachhochschulen die größte Umstellung in unserer Hochschullandschaft. Dabei steht Bologna nicht nur für die Einführung von Bachelor und Master sondern auch für eine Umstellung des Studiensystems mit Studierenden statt Lehrenden im Mittelpunkt. Ähnlich sieht das auch Erik Marquardt, fzs-Vorstandsmitglied: „Statt kreativ die Inhalte der Studiengänge weiter zu entwickeln, die soziale Infrastruktur auszubauen, den Zugang zum Studium zu erleichtern oder gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen – alles Ziele des Bologna-Prozesses – wurden starre Strukturvorgaben geschaffen und neoliberale Selektionsinstrumente installiert.“ Leider haben dies die Hochschulrektoren noch nicht verstanden. Während die strukturellen Maßnahmen (Ba/Ma, Formulare etc.) bereits flächendeckend eingeführt sind hapert es an der Umsetzung der Inhalte. All dies lässt sich nicht von heute auf morgen erreichenn und schon gar nicht ohne die Hochschulrektoren. Die HRK muss jetzt nicht jammern und die Nachteile manifestieren, die die Studierenden seit Jahren anprangern. Die Umsetzung von Bologna scheitert maßgeblich an den Rektoraten!