Du bist unterwegs zur Uni, als du stolperst und fällst und fällst und fällst und …

Schweißgebadet wachst du auf. So ein Mist. Das Ladekabel war nicht richtig ans Handy angeschlossen und ohne Akku hat der Handywecker nicht funktioniert. Schon wieder verschlafen. Schnell machst du dich fertig, wobei Zahnpasta auf dem frischgewaschenen Pulli landet: Scheiß drauf! Ohne Frühstück hetzt du zur Uni.

Nach der letzten Vorlesung für heute beeilst du dich, rennst schnell zur Bushaltestelle. Wenn du ein bisschen läufst, kriegst du nämlich noch die 3B und musst nicht die große Runde mit der 3A fahren. Beim Laufen siehst du an der Bushaltestelle gegenüber das hübsche Mädchen, dem du montagmorgens meistens in der Uni über den Weg läufst – sie verschwindet immer im Hörsaal nebenan. Du fandest schon immer, dass sie aussieht wie eine Julia. Grade als du zu ihr rüber siehst, macht es flatsch: Schön, mitten in Hundescheiße getreten. So ein typischer, beschissener Montag.

Aber halt: nicht heute! Diese Woche sind ja SP Wahlen. Nach der Vorlesung stürmst du nicht aus dem Hörsaal, sondern gehst zu den Wahlhelfern und lässt dir deinen Wahlzettel geben. Zwei Minuten später ist das Kreuzchen gesetzt und du schaust auf die Uhr. Die 3B ist gerade abgefahren. Na toll, also die 3A.

Unterwegs zur Bushaltestelle nutzt du die Zeit und antwortest auf deine letzte Nachricht. Vertieft in dein Handy, läufst du auf einmal in jemanden an der Bushaltestelle. Erschrocken schaust du hoch: ausgerechnet die hübsche Julia! Überschwänglich entschuldigst du dich. Sie sagt, es sei nicht so schlimm und schnell seid ihr im Gespräch. Sie studiert tatsächlich das gleiche wie du, nur zwei Semester über dir. Eigentlich heißt Julia übrigens Anke.

Da kommt der Bus. Beim Einsteigen hilfst du einer alten Dame mit ihrem Rollator. Aus Dank greift sie in ihre Jackentasche und gibt dir die Münzen, die sich darin befunden haben: „Hier. Kauf dir und deinem Mädchen ein Eis davon!“ Du spürst wie dein Gesicht rot und heiß wird und stammelst schon „Danke, aber das ist ja gar nicht mein…“ als Anke dich zuckersüß anschaut und fragt „Warum eigentlich nicht? Also ich hätte Zeit.“

An der nächsten Haltestelle steigt ihr aus und geht zur Eisdiele. Mit der Waffel in der Hand spaziert ihr durch Aachens Abendstunden und unterhaltet euch schon bald nicht mehr nur über oberflächliche Dinge. Anke ist noch viel toller, witziger und intelligenter als du dir Julia immer vorgestellt hattest. Ihr entscheidet euch, einen kleinen Umweg durch einen Park zu gehen. Ins Gespräch vertieft übersieht Anke beinahe einen Hundehaufen auf dem Gehweg, also drückst du sie ein wenig zur Seite, sodass sie ausweicht. Dabei streift ihr Zopf durchs Gebüsch neben ihr – ein Blatt bleibt hängen. Während Sie sich überrascht bedankt, zupfst du vorsichtig das Blatt aus ihrem Haar. „Oh“, sagst du „das Blatt von einem Mistelzweig.“ Ein wenig verlegen schaut Anke erst den Mistelzweig über euch beiden an, dann dir tief in die Augen und – küsst dich.

Wahnsinn. Und alles nur, weil du dir die zwei Minuten Zeit genommen hast, um wählen zu gehen.

Also sei kein Montag. Geh wählen!

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