Die Kisten sind ausgepackt, ein paar leere Umzugskartons lagern noch in einer Zimmerecke und man gewöhnt sich daran, dass das hier jetzt der Ort ist, den man meint, wenn man „nach Hause“ geht. Wenn ihr nach Aachen gezogen seid, um hier an der FH zu studieren, kommt euch das vielleicht bekannt vor. Alles ist neu, die Uni, die Leute und auch die Stadt. Wenn dann früher oder später Besuch aus der Heimat vorbeikommt freut man sich über das Gefühl von Vertrautheit. Zumindest ging es mir damals so. Ein bisschen Stolz und Aufregung war aber auch dabei, gerade wenn es darum ging den Freunden/ Eltern oder Großeltern zu zeigen wie und vor allem wo man denn jetzt lebt. Doch wie genau gibt man eine Stadtführung für einen Ort, den man selber erst seit Kurzem kennt?

Dafür verrate ich euch im Folgenden meinen Go-To Rundgang durch die Altstadt von Aachen, vorbei an meinen Top 10 Sehenswürdigkeiten. Er ist 2 km lang und dauert je nach Spaziertempo und Alter des Besuchs eine halbe Stunde aufwärts. Am schönsten ist er meiner Meinung nach abends, wenn Aachen beleuchtet ist. Je nachdem wo Ihr wohnt, könnt Ihr Start- und Endpunkt variieren. Zu jeder Sehenswürdigkeit habe ich euch eine kleine Anekdote geschrieben, die Groß-/Eltern-beeindruck-approved ist.

1. Das Theater
Aachens Theater ist ganz schön hübsch anzusehen. den besten Blick auf das Theater hat man von den Liege-Bänken aus, die davorstehen. Wenn es nicht zu kalt (ab und an) oder zu nass (sehr häufig) ist, kann man sich mit dem Besuch prima kurz auf die Bank legen um es anzusehen. Gerne könnt ihr hier auch vom Studentenabo berichten, dass es fürs Theater gibt und es natürlich nutzen!

2. Das Aachener Brauhaus & Stehgraa
Auf der anderen Straßenseite geht es nun weiter Richtung Elisenbrunnen. Hier kommt ihr am Aachener Brauhaus vorbei. Wenn ihr hier nicht verweilen wollt, lohnt sich ein kurzer Blick rein trotzdem. Direkt neben dem Brauhaus befindet sich das Stehgraa, die einst kleinste Kneipe Europas (nach eigenen Angaben). Angeblich passen an Karneval bis zu 50 Menschen in die Kneipe. Wie ist mir ein Rätsel. Wer auf uriges Ambiente steht ist hier genau richtig. Sehenswert ist es allemal.

3. Der Elisenbrunnen
Der Grund warum Aachen vom Kaiser Karl gegründet wurde: nach Schwefel stinkendes, 50 Grad heißes Quellwasser. Angeblich hat es Heilkräfte. Mittlerweile gibt es aber Schilder an den Wasserkränen im Elisenbrunnen, die vom Verzehr abraten. Wusstet ihr schon, dass Aachen eigentlich Bad Aachen heißen sollte? Das „Bad“ wollte es dann aber doch gerne streichen, um in allen Namensregistern an erster Stelle stehen zu können.

4. Die Mayer’sche
Durch den Elisengarten und die archäologische Vitrine geht’s rechts ein kleines Stückchen runter bis zur Mayer’schen. Die kommt nämlich aus Aachen. Die Filiale war einst die größte Buchhandlung Deutschlands (bevor im Gebäude Fläche für andere Geschäfte abgetreten wurde.

5. der Brunnen des Geldflusses
Der Brunnen mit dem Strudel soll den Kreislauf des Geldes darstellen. Wusstest ihr außerdem, dass der Brunnen, aufgestellt auf der anderen Seite der Erde, einen Strudel in die entgegengesetzte Richtung besitzen würde?

6. Der Dom
Hier könnt ihr berichten, dass es Kaiser Karls Hauskirche war. Sein Thorn ist gegenüber vom Altar noch auf der Empore zu erahnen. Kürzlich wurde der Dom von der UNESCO einer Reinigung unterzogen und erstrahlt jetzt wieder in hellem, unverschmutztem Glanz. Profis erzählen hier die Legende vom Teufel und vom Lousberg und lassen den Daumen des Teufels im Türknauf des Doms erfühlen.

7. Der Puppenbrunnen
So viele Brunnen wie Aachen hat, kann man schon mal ein paar Exemplare zeigen. Die Puppen können bewegt werden und stehen jeweils symbolisch für typisch-aachener Dinge.

8. Das Aquädukt & der Domkeller
Hier kann nicht nur ein hübscher Blick auf die das Aquädukt riskiert werden, sondern auch eine nette Geschichte zur Kneipe „Domkeller“ erzählt werden: der Aachener Stadtbrand 1656 vernichtete damals 7/8 der Stadt. Als es zu entscheiden galt, wo mit dem Aufbau begonnen werden sollte, entschied man sich mit als erstes wieder eine Kneipe zu brauchen (früher als zum Beispiel wieder ein intaktes Rat- oder Krankenhaus). So gilt der Domkeller als eines der am schnellsten wieder aufgebauten Gebäude.

9. Das Rathaus
Einst Karls bescheidenes Eigenheim. Heute wir im Rathaus unteranderem der Karlspreis verliehen. Einmal im Jahr werden dann im Krönungssaal Personen ausgezeichnet, die sich um die europäische Einigung verdient gemacht haben. Der Brunnen auf dem Marktplatz vorm Rathaus beherbergt einen goldenen Kaiser Karls und wird daher mit Rathaus im Hintergrund gerne als Bildmotiv genutzt, wenn in den Nachrichten von Aachen berichtet wird.

10. Der Katschhof
Der Platz zwischen Rathaus und Dom wurde früher genutzt, damit Kaiser Karl ungestört vom Pöbel zu seiner Hauskapelle gehen konnte. Heute finden hier diverse Festivitäten statt, wie z.B. das Domspringen oder der Weihnachtsmarkt. Zum restlichen Weg des Rundgangs habe ich zugegebener Maßen keine Anekdoten mehr zu erzählen. Ich finde ihn einfach schön zum Spazieren und perfekt geeignet, um den Flair von Aachens schöner Altstadt noch ein bisschen aufzuschnappen.

Ich hoffe ihr konntet ein bisschen Input und Inspiration sammeln uns seid gewappnet für eure erste Stadtführung. Mit Sicherheit findet ihr schon bald eure eigenen Lieblingsecken zum Zeigen und bis dahin wünsche ich euch viel Spaß beim Entdecken dieser schönen Stadt!